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Mit dem Fahrrad zur WM
Bet She`an PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter   
Dienstag, 06. Oktober 2009 um 18:52 Uhr

Das Kibbutzleben ist nach wie vor sehr spannend und abwechslungsreich. Seit meiner Ankunft bin ich jeden Abend ausgebucht und nutze Kinneret als Basis fuer Tagestrips in die naehere Umgebung oder haenge einfach mal am Pool ab und chille.

Die Strasse nach Bet She`an fuehrt parallel zur jordanischen Grenze. Links kann man den jordanischen Grenzposten (gelbe Huette) erkennen.

Gestern war ich im Nationalpark und habe dort die 5000 Jahre alte Geschichte der Stadt Bet She`an erlebt. Hier waren so ziemlich alle, die in den Jahrtausenden mal was zu sagen hatten: Aegypter, Phoenizier, Griechen, Roemer, Kreuzfahrer und noch jede Menge anderer Eroberer. Dementsprechend ist die Erde auch schon gut umgewuehlt worden. Man brauch nur irgendwo ein Loch buddeln und man stoesst auf irgendetwas Antiken.

Amphitheater von B.S., alle durften mal ran.

Dattelpalmen auf den Feldern von Kinneret.

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 06. Oktober 2009 um 19:25 Uhr
 
Deja vu / Kinneret PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter   
Samstag, 03. Oktober 2009 um 17:24 Uhr

 

Nach 15 Jahren bin ich wieder in meinem alten Kibbuz und es kommt mir vor als waere es erst gestern gewesen. So viele vertraute Gesichter zu sehen, die mich dann auch noch bei meinen Namen anreden, war fast zu viel fuer mich! Ein deja vu nach dem anderen, da wird man echt bekloppt im Kopf! Und auch ich erinnere mich dann an die Namen...schon erstaunlich was da alles im Verborgenen geschlummert hat.

Alleine schon das Gefuehl auf der Strasse von Haifa nach Tiberias, mit jeden Meter kribbelte es immer mehr und heftiger in der Magengegend, je naeher ich See Genezareth kam. Erst den Funkturm von Tiberias gesichtet, dann im Hintergrund die Golanhoehen und schliesslich oeffnet sich die Erde und 210m unter dem Meeresspiegel liegt dann dieser herrliche See. Da war es mal wieder um meine Fassung geschehen. Diese Gegend ist fuer mich einer der schoensten Plaetze, die ich je gesehen habe!

Nur spielt sich hier ein oekologisches Desaster ab. Nach 4 Jahren der Trockenheit ist das Niveau des Sees um mehrere Meter gefallen. An manchen Stellen muss man erst ueber 100m laufen um am Strand zu sein. Und Besserung ist auch nicht in Sicht. Ich kann mich noch daran erinnern als der See uebervoll mit Wasser war, das sogar Strassen zum Teil ueberschwemmt waren. Und jetzt das hier, es tut einem schon weh...

Yardenit Kinneret, hier kann man sich heute noch im Jordan taufen lassen.

Zurzeit wohne ich bei einem alten Freund und staune ueber die Veraenderungen im Kibbutz. Es gibt keine Volontaere mehr und das ganze System ist von sozialistischen Grundideen in puren Kapitalismus umgeschlagen. Nur so koennen die Kibbutzime heutzutage in Israel ueberleben, und das Zwischenmenschliche bleibt ein wenig auf der Strecke.

Migdal, nordwestlich vom See.

Kfar Nahum (Kapernaum), hier seht hier die ehemalige Synagoge, die von Jesus in eine Kirche umgewandelt worden ist. Ein echter Meilenstein.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 03. Oktober 2009 um 20:04 Uhr
 
Yom Kippur PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter   
Montag, 28. September 2009 um 22:42 Uhr

So, da habe ich den hoechsten juedischen Feiertag in Israel erleben duerfen. Das besondere an diesem Tag ist, das im ganzen Land nix, aber auch gar nix laeuft. Alle Geschaefte haben zu, keine Busse, Taxis, Zuege fahren, die Flughaefen und Bahnhoefe sind dicht, auch Autos und Motorraeder duerfen nicht benuzt werden. Und wuerde das alles noch nicht genug sein, selbst das Fernsehen und die Radiosender stehen still!!! Stattdessen sind auf den Strassen nur Radfahrer und Fussgaenger meisst in weisser Kleidung unterwegs. Und was ich persoenlich schaetze, ist diese relative Stille in Haifa und die frische Luft an diesem Tag. Keine Autoabgase oder rauchende Fabrikschlote habe ich ausgemacht, ein Tag fuer den Umweltschutz! Das weltweit und unsere Erde wuerde nicht so oft husten.

An Yom Kippur wird von Sonnenuntergang und den folgenden 24 Stunden gefastet. Essen und Trinken sind fuer einen Glaeubigen an diesem Tag strikt untersagt. Es wird den Toten gedacht und durch das Fasten die Suenden bereut. Frueher wurde auch ueber zwei Boecke das Los geworfen. Der eine wurde geopfert, der andere wurde in die Wueste gejagt, nachdem ihm der Hohepriester die Suenden des Volkes auferlegt hat. Daher kommt auch der Begriff des Suendenbocks.

Ich habe natuerlich keine Sekunde gefastet und ausgiebig geschlemmt, war aber bestimmt nicht die einzige Ausnahme in diesem Land. Das Abendessen nach Ablauf der Fastenzeit war dann auch recht opulent und lecker sowieso. Und die naechsten Feiertage stehen auch schon vor der Tuer. Sukkot wird demnaechst gefeiert, das ist das Fest, wo die Israeliten unter Moses Fuehrung Aegypten verlassen haben.

Leider habe ich technische Probleme mit dem Hochladen von Bildern und muss euch auf spaeter vertroesten. Merci. (Nur fuer Udo: BVB-S04 0-1, jetzt zufrieden, Chef????)

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 29. September 2009 um 08:41 Uhr
 
Ausflug nach Tel Aviv PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter   
Donnerstag, 24. September 2009 um 14:17 Uhr

Ich bin jetzt mit Susi in Tel Aviv angekommen und verbringe ein paar Tage bei meinem alten Schulfreund Udo. Die Arbeit hat ihn und seine Familie hierher gezogen, jetzt lebt er in Yafo, der Altstadt von Tel Aviv. Es kommt selten Besuch aus Deutschland und noch seltener mit dem Radel, da ist die Ueberraschung dann gross. Das wurde auch gestern mit einem Ausflug ins Tel Aviver Nachtleben feuchtfroehlich begossen.

Heute Abend waere das Leonard Cohen gewesen, habe aber leider, leider eine Absage bekommen, waere auch zu schoen gewesen...Schwamm drueber. Stattdessen habe ich vormittags umsonst die aegyptische Botschaft besucht und da ja jetzt Yom Kippur (hoechster juedischer Feiertag) vor der Tuere steht, hat die Botschaft bis Dienstag geschlossen. Na super, dann also Plan B, d. h., ich werde mein Visum in Eilat besorgen, dort gibt es auch noch ein Konsulat.

Und morgen hat der gute Udo Geburtstag, das lass ich mir natuerlich nicht entgehen und werde noch ein schoenes Geschenk versuchen zu organisieren. Anschliessend geht es wieder zurueck nach Haifa zu "meiner" Familie und verbringe die Feiertage im Norden. An Yom Kippur fahren im ganzen Land keine Autos oder Busse, stattdessen wird geradelt. Quasi ist Yom Kippur der Fahrradtag des Landes, das sollten sie weltweit einfuehren!

Und es wurde heute fleissig geheiratet. Mindestens 4 Paare habe ich in Yafo gesichtet.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 24. September 2009 um 18:17 Uhr
 
Ter Yodfat PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Peter   
Montag, 21. September 2009 um 21:58 Uhr

Bisher geht jeder Tag in Israel an meine emotionalen Grenzen, staendig laeuft mir ein heisskalter Schauer ueber die Schultern, wenn ich altvertraute Gegenden wiedersehe. Liad ist eine einzigartige "Reisefuehrerin" und kennt, welch Wunder, auch jede Menge andere gleichgesinnte supernette Israelis. Selten habe ich mich in so kurzer Zeit dermassen geborgen gefuehlt, da faellt es mir jetzt schon schwer allein nur ans Weiterreisen zu denken.

In Ter Yodfat fand vor 2000 Jahren erfolgloser juedischer Widerstand gegen die roemischen Besatzer statt. Nachdem fast ganz Israel eingenommen worden war, gab es nur noch wenige Rueckzugspunkte oder Widerstandsnester. Eines war Ter Yodfat, das beruehmteste ist wohl Masada am Toten Meer (wird auch noch erkundet).

Heute ist Ter Yodfat ein steiniger Huegel mit Zisternen und natuerlichen kleinen Nischen, wo der Widerstand Unterschlupf fand. Nach nur 7 Wochen ist dann der Aufstand blutig beendet worden und die Ueberlebenden wurden zum Teil versklavt oder direkt hingerichtet.

So wirklich gemuetlich war es nun auch wieder nicht.

Nach ausgiebiger Erkundung des Huegels und einem mehrstuendigen Spaziergang ueber Stock und Stein des gleichnamigen Naturparks (mit zum Teil atemberaubenden Aussichtspunkten), ging es dann zur Moshav Yodfat. Liad hat dort Freunde aus der Armeezeit (Maenner und Frauen muessen gleichermassen zur Armee), wirklich bemerkenswerte Menschen, die mit einer Gastfreundschaft ausgestattet sind, die selbst die albanische oder tuerkische uebertrifft!

Lecker, lecker, lecker!

Zuletzt aktualisiert am Montag, 21. September 2009 um 22:50 Uhr
 


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